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buechernachlese.de
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Auf die Freude über einen Verlagsvertrag für eine Krimi-Trilogie folgte bei Hedda Strömberg die Ernüchterung, als der erste Band kaum verkauft oder auch nur wahrgenommen wurde. Schlimmer noch trifft sie jedoch die Panik, als sie dann auch noch keinen tragfähigen Anfang für den zweiten Band findet. Die Einladung zu einem Aufenthalt im luxuriösen Anwesen der Villa Thamyris ihres früheren Freundes und Kollegen David scheint einen Ausweg zu bieten, ihre Schreibblockade zu überwinden.
Denn David hat nun immerhin zugegeben, etwas bei ihr gutzumachen zu haben, hatte er doch den großen Erfolg mit seinem Romanerstling in der Hauptsache ihr und ihren Ideen dazu zu verdanken gehabt - und das bis dato zu keiner Zeit auch nur mit einem Wort erwähnt ...
Der Roman „Die Muse“ von Mats Strandberg wird als Thriller beworben, was ihm aber nicht gerecht wird.
Dieser Roman hebt sich, passend zu seinen kunstaffinen Handlungsträgern, auch dank der gelungenen Übersetzung in seiner Sprachregelung von den meisten Vertretern dieses Genres ab. Außerdem baut sich seine Spannung nicht nach Art eines Thrillers auf, sondern vielmehr langsam, aber kontinuierlich bis zum Mittsommerfest ansteigend im typischen Ambiente eines Mystery- bzw. Horror-Romans auf.
Lernt man Hedda Strömberg zuerst im treffend beschriebenen Binnenmilieu von Schriftstellern kennen, sieht sie sich in der Villa Thamyris nicht nur den eigenen Unsicherheiten und Ängsten, sondern vor allem auch als Mutter ihres per se sehr ängstlichen, siebenjährigen Sohnes Hugo mit der äußerst selbstbewusst auftretenden Familie Davids konfrontiert. Und so wächst sich die Spannung ähnlich wie bei Rosemaries Baby zum reinen Horror aus ...
Auch wenn Kennern des Genres die Naivität der vom Autor etwas zu bildungsfern gehaltenen Heldin immer wieder mal aufstößt, versteht er es dennoch, die Leserschaft immer wieder aufs Neue in den Bann zu ziehen. Von daher alle mal einen Lektüreversuch wert ...