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Büchernachlese-Extra: Kabarett-Autoren

Bruno Jonas

Kaum zu glauben - und doch nicht wahr

Blessing Verlag, München 2005. 284 Seiten. 18,00 Euro. ISBN: 3-89667-283-5, >>> Amazon

Jo mei, jetzt hat Bruno Jonas doch wieder ein Buch geschrieben ...
Seine Rosi, sich ähnlich Kishons "allerbester Ehefrau der Welt" als pragmatischer Antipode zu Wort meldend, hat zwar die Augen verdreht, aber so etwas erschüttert den Bruno nur peripher.
Erst mal geht's sehr grundsätzlich um und übers Glauben, so grundsätzlich, dass der Bruno schon selbst ganz überrascht ist von den abrufbaren Sedimenten seines Philosophiestudiums - nur um diese Sedimente dann doch wieder ins War-nicht-so-gemeint zu verbödeln. Schade eigentlich. Und doch wieder nicht schade, zumindest für das anvisierte Zielpublikum, das als Fangemeinde von Bruno Jonas ihn natürlich auch im Buch wieder erkennen will.
Und dann geht's weiter: Der Glaube als kortikale Entlastung, .. an die Zensur, .. an die eigene Unfähigkeit usw. usf.
Seine Stimme im Ohr, das telegen gut erhaltene Lausbubengesicht vor Augen, lässt sich das in kapitelweisen Portionen mit viel Vergnügen auch lesen - aber: das Bessere ist des Guten Feind.
So ist sein vor 5 Jahren erschienener Titel Bin ich noch zu retten? (Blessing, München 2000, ISBN: 3-89667-063-8, >>> Amazon) doch in noch etwas überzeugenderer Verfassung. Hierin sind alle Texte von dem Spannungsbogen einer Rahmengeschichte zusammengehalten, sind auch in sich stimmiger aufgebaut und von weniger Gag-Redundanzen (=Doppelmoppelungen) gestört, weil der ein oder andere Scheibenwischerbeitrag ohne Rückbezug auf die anderen Geschichten als Füllsel eingearbeitet wurde.
Aber wie gesagt, Kaum zu glauben - und doch nicht wahr ist schon auch nicht schlecht, also eigentlich ganz gut. Na ja, der Titel, der zudem hin und wieder als Abschlusskalauer eines Gags strapaziert wird, eigentlich ja nicht - aber echte Highlights sind erneut die Reminiszenzen ans Private, in denen Bruno Jonas die eigene Familie seinem Spintisieren gegenüberstellt oder seinen Hausnachbarn, den Kabarettkollegen Andreas Reber, mit seinem Musikverständnis in die Verzweiflung stürzt - und der beste Text ist der letzte, in dem er seine Hassliebe zur "Heimatstadt" Passau feiert und sie höchst dialektisch auf den Punkt bringt.

Buechernachlese © Ulrich Karger


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