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Büchernachlese-Extra: Biblische Geschichten für Kinder und Jugendliche

Martin Polster

Die Bibel in 365 Tagen

Ab 6 Jahren. Illustrationen: Natascia Ugliano. Gabriel Verlag, Stuttgart 2007. 370 Seiten. 19,90 Euro. ISBN: 978-3-522-30110-7, >>> Amazon

Der erste Eindruck ist viel versprechend: Ein Buch im griffigen Großformat, Halbleinenbindung, inklusive Lesebändchen und sehr ansprechenden Illustrationen bzw. Vignetten von Natascia Ugliano.
Auch das Konzept, Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament in 365 jeweils eine Seite umfassende, in sich geschlossene Auszüge zu portionieren, ist zwar nicht neu, aber nichtsdestotrotz überzeugend - ist "Die Bibel in 365 Tagen" von Martin Polster ja zum Vorlesen für Kinder ab sechs und zum Selberlesen ab acht Jahren gedacht. Die farblich abgestimmten Rahmen für die verschiedenen Textabschnitte ermöglichen eine gute Orientierung, die Texte selbst meiden komplizierte Schachtelsätze, sind somit durchaus kindgemäß und gut (vor-)lesbar, ohne den Inhalt über Gebühr zu vereinfachen. So weit, so gut ...
ABER, auch wenn die Bibel oder auch nur Auszüge daraus nicht unbedingt beim ersten Kennenlernen vollauf verstanden werden müssen: Wo ist der Anhang, in dem ein Register mit kindgemäß formulierten Begriffserklärungen sowie kommentierende Erläuterungen zu einzelnen Sachverhalten nachzulesen sind? Noch dazu, wenn im neutestamentlichen Teil als Novum für diese Art von Kinderbibel auch die Legenden um Paulus aus der Apostelgeschichte aufgeführt sind.
Ein scheinbar nur kleiner, jedoch in seiner nachhaltigen Wirkung übler Fehler steckt zudem in folgendem Satz der für das Judentum zentralen Geschichte um Moses zum Passafest (S. 71 ff.), das insgesamt eigentümlich verquer und um Wesentliches verkürzt vorgestellt wurde: "Bis heute erzählen die Israeliten von der wunderbaren Befreiung, jedes Jahr beim Passafest."
Israeliten gibt es schon lange nicht mehr, der Herkunft nach gibt es Israelis, die aber auch nicht allesamt Juden resp. jüdischen Glaubens sind. Derartige Nachlässigkeiten sind keineswegs auf dem "neuesten Stand der Forschung", genauso wenig wie die bereits angedeuteten, einem interreligiösen Austausch nicht förderlichen Auslassungen der sehr konkreten Aufträge Gottes an die Israeliten, die wiederum das Passafest der Juden aber auch deren Aufteilung eines Kalenderjahres bis heute betreffen (Siehe Ex 12, 2 f.).
Den Frommen ist nichts zu fromm, ein kenntnisreiches Umfeld kann so Manches ausbügeln - aber uneingeschränkte Empfehlungen verlangen eben dann doch noch mehr, als diese Kinderbibel-Ausgabe zu leisten vermag.

Buechernachlese © Ulrich Karger


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