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Natasha Pulley

Der Uhrmacher in der Filigree Street

Roman. Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer. Hobbit Presse (Klett-Cott Verlag), Stuttgart 2021. 448 Seiten. 24,00 Euro. ISBN: 978-3-608-98475-0, >>> Amazon

Als Thaniel Steepleton im Oktober 1883 von seiner Arbeit als einfacher Angestellter im Innenministerium in seine winzige Londoner Mietwohnung heimkehrt, liegt auf seinem Kopfkissen eine goldene Taschenuhr, die er zuvor nie gesehen hatte. Sechs Monate später gibt die Uhr ein Alarmsignal ab und warnt so Steepleton gerade noch rechtzeitig vor einer Bombenexplosion im Gebäude von Scotland Yard, die für ihn sonst tödlich gewesen wäre. Nach diesem Erlebnis macht sich Steepleton auf die Suche nach dem Schöpfer dieser Uhr
"Der Uhrmacher in der Filigree Street" ist im Original von 2015 das preisgekrönte Roman-Debüt von Natasha Pulley, das im angelsächsischen Sprachraum zum Bestseller wurde.
In seinem Zentrum stehen neben Thaniel Steepleton noch zwei Personen, nämlich der japanische Uhrmacher und ehemalige Samurai Keita Mori sowie Grace Carrow als Tochter aus vermögendem Hause, die lieber ihren Forschungen in Chemie nachgehen als heiraten würde.
Keita Mori ist von einem äußerst handwerklichen Geschick und kann nicht nur Uhren, sondern auch mechanische Kunstwerke wie z.B. einen recht autonom wirkenden kleinen Oktopus erschaffen, der sich allzeit gerne versteckt und gerne wiedergefunden wird. Zudem vermag Mori in die Zukunft zu sehen und daraus schon im Vorfeld seine Schlüsse zu ziehen - zu Ereignissen genauso wie zu Personen. Während Steepleton ihm gegenüber alsbald in die Rolle eines Sancho Pansas wenn nicht gar Liebhabers verfällt, der sich nur noch um Moris Wohlergehen kümmern will, scheint zwischen Mori und Grace Carrow eine wechselseitige Antipathie zu herrschen, die jedoch, wie auch so manches Andere, nicht wirklich begründet wird. Vergleichsweise überzeugend bleibt bis zuletzt der mysteriöse Mori, da ihn das Geheimnisvolle ja auch ausmacht. Die beiden anderen Handlungsträger hingegen wirken dagegen nur wie behauptet, wie auch Motivation und Inhalt des Romans bis zuletzt sehr im Ungefähren bleiben.
Gut eintauchen hingegen kann man in die von der Autorin detailreich und zuweilen auch ironisch ausgebreitete Atmosphäre Londons am Ende des 19. Jahrhunderts.
Diesem Roman sind 2017 und 2019 noch zwei weitere von Pulley gefolgt, die im gleichen fiktiven Universum wie das Debüt spielen. Womöglich leisten diese Folgebände dann auch noch mehr zum Verständnis der Handlung und etwaiger, nicht übersetzter bzw. bislang zum Verständnis noch nicht nachvollziehbarer Zwischentöne.

Buechernachlese © Ulrich Karger


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