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Helmut Uhlig

Buddha

Die Wege des Erleuchteten
Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1994, 320 S., ISBN: 3-7857-0176-9, TB 1995 >>> Amazon

Der Buddhismus ist "die einzige Lehre, die nie, wie das Christentum, zur offiziellen Menschenvernichtung aus Bekenntnisgründen und auch nie zum Mord an Ungläubigen wie der Islam aufgerufen hat. Sie ist von Anfang an eine tolerante Lehre gewesen, die man vielleicht schon wegen der zeitweiligen Grausamkeiten und Gewalttaten der anderen Glaubensrichtungen nicht Religion nennen sollte."
Allein diese Feststellung sollte es wert sein, sich mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen. Helmuth Uhlig legt mit BUDDHA obendrein eine Einführung in diese Lehre vor, die sehr eingängig und nichtsdestotrotz seriös ihre Grundlagen darlegt. Dem Leben des Gautamo Buddha, der Unterscheidung zwischen Buddha und Bodhisattva, zwischen "kleinem" und "großem Fahrzeug", ja selbst diesem ominösen Begriff NIRVANA wird man am Ende der Lektüre mit einigem Verständnis begegnen können. Und natürlich streift Uhlig auch die Weiterentwicklungen - im Gegensatz zu den sich in "Konkurrenz" begreifenden Konfessionen des Christentums - wie den Tantrismus und den Zen-Weg.
"Wenn jemand die Bibel oder den Koran liest und sie nicht versteht, so schadet das dem Leser nicht. Wenn sich aber einer, von unverstandenen buddhistischen Vorstellungen beherrscht, ohne genügende Kenntnisse den falschen Praktiken hingibt, kann ihm das unabsehbaren geistigen und seelischen Schaden bringen."
Der Autor ist ganz im Sinne der buddhistischen Lehre kein "Rattenfänger". Allerdings beweist obiges Zitat auch seine nur pauschale Kenntnis von der Wirkung der Schriftreligionen - im Guten wie im Schlechten! So mag der Buddhismus den Geist des Einzelnen beflügeln, aber ihm fehlt anscheinend das Äquivalent zur christlichen Soziallehre, die das Miteinander mit den "Schwachen" genauso stark betont, wie die individuelle Nachfolge Jesu. Und in der interreligiösen Begegnung (von Uhlig leider auch nicht thematisiert) werden zwischen Buddhismus und den Schriftreligionen durchaus auch Parallelen und gegenseitige Wertschätzung festgestellt.
Jedoch Uhligs "Parteilichkeit" bleibt stets transparent, so daß er zwar überzeugt, aber ohne den doppelten Boden der Suggestion für den Buddhismus eintritt - das hat er auch gar nicht nötig, denn der Buddhismus ist eine Weltreligion, aus der sicherlich jeder Wichtiges für sein Leben beziehen könnte.

Buechernachlese © Ulrich Karger


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