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Simon van der Geest

Das geheime Logbuch, das magnetische Mädchen und eine fast brillante Erfindung

Roman. Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler. Illustrationen: Kerstin Meyer. Thienemann Verlag, Stuttgart 2017. 170 Seiten. 11,99 EUR. Ab 10 Jahren. ISBN: 978-3-522-18454-0, >>> Amazon

Für Ro ist völlig klar: Seine Mutter sitzt unschuldig im Gefängnis. Als Polarforscherin ohne Auftrag, hatte sie als Putzfrau in dem "Museum für fast brillante Erfindungen" gearbeitet. Dann verschwand das Logbuch eines erfolglosen Polarforschers und sie wurde wegen Diebstahls verurteilt. Und als Papa, der die Situation noch schlechter als er verkraftet, ihn beim dritten, nur alle zwei Wochen erlaubten Besuch allein zu ihr schickt und Ro dabei erleben muss, wie seine Mutter von einer Wärterin schikaniert wird, fasst er den Entschluss, sie zu befreien. Bald hat er mit seinen Freunden Archie und Lela einen Plan entwickelt, der eigentlich kaum Aussicht auf Erfolg hat. Aber dann liegen ein riesiger Zeltteppich, ein Korb, eine Spielzeugdrohne und sogar Helium im Wert von 20000 Euro bereit. Trotzdem kommt es für alle am Ende ganz anders als gedacht - und das erweist sich auch als gut so
In der kongenialen Übersetzung von Mirjam Pressler liegt nun auch "Per Ongelukt!" von Simon van der Geest unter dem Titel "Das geheime Logbuch, das magnetische Mädchen und eine fast brillante Erfindung" in deutscher Sprache vor. Mit viel Charme und Witz in den Dialogen, entfaltet er darin eine Wundertüte, prall gefüllt mit verrückten Ideen und großem Erfindungsreichtum, höchst abenteuerlichen (Fast-)Erfolgen, erster Verliebtheit in ein magnetisches Mädchen und nicht zuletzt an Freundschaft, die auch besagtes magnetische Mädchen zu integrieren vermag.
Allein das im Handlungszentrum stehende "Museum für fast brillante Erfindungen" ist mit seinen insgesamt 127 Exponaten ein wunderbarer Quell an Ideen - und gar nicht so verrückt, wie es auf den ersten Blick erscheint. Denn wie oft entscheidet allein der knappe Zufall, ob etwas bahnbrechend oder zum Scheitern verurteilt ist? Und für beides wurde und wird nicht selten gleich viel Fleiß und Forschergeist aufgebracht. So erweist sich dieses Buch nicht zuletzt als ein Mutmachbuch. Mut zur Freundschaft, auch wenn Mobbing droht, Mut eine Idee einfach mal umzusetzen, auch wenn ihr Gelingen nicht von vorneherein feststeht, ja eigentlich ausgeschlossen ist. Und wenn es ein Flop wird? Egal, ohne Flops ist es langweilig. Wie es ausgeht, weiß man nie im Voraus. Man muss es einfach ausprobieren. Und dass Kinder für so etwas eher talentiert sind als Erwachsene, versteht sich da von selbst. Köstlich z.B. gleich zu Anfang eine Szene mit dem von Archie entkernten elektrischen Rollstuhl seines Opas, auf dem er dann verkleidet mit Schnurrbart und gefärbten Haaren sitzt, um alsbald wegen einiger unglücklicher Umstände ungebremst ins Hafenbecken zu rollen. Die hierzu wie auch für viele andere Szenen gefertigten Illustrationen von Kerstin Meyer setzen dem Ganzen dann noch das berühmte I-Tüpfelchen auf.
Dieses so unterhaltsame wie weise Buch sollten jedenfalls viele Kinder ausprobieren - dass sie es am Ende als Flop abhaken, scheint höchst unwahrscheinlich.

Weitere Besprechungen zu Werken von Simon van der Geest siehe:
Simon van der Geest: Krasshüpfer (2016)
Simon van der Geest: Das geheime Logbuch, das magnetische Mädchen und eine fast brillante Erfindung (2017)

Buechernachlese © Ulrich Karger


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