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Büchernachlese-Extra: Erde im Futur

Andreas Eschbach

Eine Billion Dollar

SF-Roman. Bastei-Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2003. 887 Seiten. 9,90 Euro. ISBN: 3-404-105040-6, >>> Amazon

Eine unglaubliche Geschichte!
Im Jahre 1525 wurden 300 Florin (nach heutigem Wert etwa zehntausend Dollar) auf einem Konto angelegt und verfügt, dass dieses Vermögen erst dann einem Nachfahren des Auftraggebers zugänglich gemacht wird, wenn es samt Zins und Zinseszins auf 30 Milliarden Florin bzw. eine Billion Dollar angewachsen ist. Beinahe 500 Jahre später wird dem US-Amerikaner John Fontanelli von der seit Anfang an mit der Stiftung befassten Rechtsgelehrtendynastie Vacchi das gigantische Erbe übergeben sowie die damit verbundene Aufgabe genannt: Er soll der Menschheit die verloren gegangene Zukunft zurückgeben
Es bedarf schon eines bislang zu keiner Zeit gerechtfertigten Glaubens an die Menschheit - deren Zukunft ja wegen ihrer vorausgesehenen kontinuierlichen Fehlleistungen zurückgegeben werden soll! - wonach sich an die 500 Jahre lang sämtliche Nachfahren einer Anwaltsfamilie stets loyal und redlich einer solch geheimen Geldvermehrungsaufgabe widmen würden.
ABER! Aber davon abgesehen, erweist sich Andreas Eschbach in der Dynamik und Plausibilität seines Erzählens der Übermacht angloamerikanischer SF-Autoren als derart ebenbürtig, dass die Kritik an der oben genannten Grundannahme in den Hintergrund bzw. bis ans Ende der letzten Seite rückt, um sich, Kapitel für Kapitel verschlingend, an den Erlebnissen und immer weniger naiven Überlegungen des in aberwitzigen Reichtum gestürzten John Fontanelli zu reiben.
Was wäre, wenn
Sich einen Millionen-Lotto-Gewinn auszumalen, erweist sich schon als gar nicht so einfach, aber eine solche Summe für sich und andere sinnvoll auszugeben, ist eigentlich schier unvorstellbar. Denn allein Geld in dieser Größenordnung einfach nur zu verschenken, würde die ganze Weltwirtschaftsordnung ins Wanken bringen. Doch genau hier beweist Eschbach seine Stärke und greift neben vielen bekannten auch spektakulär neue Ideen auf, um sie zumeist alsbald wieder gut begründet zu verwerfen - am Ende aber glimmt tatsächlich ein Fünkchen Hoffnung auf, das zumindest im Rahmen eines SF-Romans glaubwürdig erscheint.
Bei dem günstigen Preis für diese Taschenbuchausgabe von "Eine Billion Dollar" lohnt sich die Investition also allemal.

Weitere Besprechungen zu Werken von Andreas Eschbach siehe:
Andreas Eschbach: Eine Billion Dollar (2003)
Andreas Eschbach: Der Nobelpreis (2005)

Buechernachlese © Ulrich Karger


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