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Janosch

Schäbels Frau

Roman. Goldmann, 1992, München 156 S., ISBN: 3-442-30442-3, >>> Amazon

Sein Vorname ist so bekannt, daß er keines Nachnamens bedarf, um von anderen unterschieden zu werden: JANOSCH steht aber nicht nur über den Titeln ungezählter Kinderbücher, sondern auch über einigen für Erwachsene. Ihnen gemeinsam ist ein eigentümlich skurriler Humor, der Unerträgliches zumindest verlachbar erscheinen läßt.
SCHÄBELS FRAU stellt deshalb auch nicht besagte Frau in den Mittelpunkt, sondern Bernhard Schäbel, der sich viele seiner Eigenarten erklären könnte, wenn er wüßte, daß bei seiner Zeugung ein Hase die Vaterstelle vertreten hatte. Mit wem haben wir es also nun zu tun? Natürlich mit einem aus der 68iger-Generation, der sich nun langsam Gedanken machen muß, von was und wie er künftig leben will, denn das Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung hat Schäbel längst einkassiert und ausgegeben, aber dafür noch immer keine Doktorarbeit abgeliefert.
Als Mann ist Schäbel naturgemäß ebenfalls ein Hasenfuß, der sich nicht festlegen kann. Das eignete ihn zum chauvinistischen Täter, wäre da nicht auch noch seine sich immer wiederholende "Was-soll's"-Attitüde, die gerade auch von Schäbels Frau weidlich ausgenutzt wird. Die hat ihm dann auch den Vorwand für seine neuerliche Flucht gegeben, köstlicherweise mit dem Argument, Schäbel solle doch endlich sein "Ich" suchen und finden. Wie Schäbel schließlich fündig wird, sollte nicht allzu bierernst genommen werden - wiewohl einige lange, rote Hasenohren bekommen müßten, so trefflich und ohne jede Länge spiegelt dieses humoristische Kleinod Traum und Wirklichkeit eines manchen Mannes, der einst "irgendwie" schamlos den Mund mit "Revolution und so" vollnahm. Vorsichtshalber also besser nicht vor Zeugen lesen!

Weitere Besprechungen zu Werken von Janosch siehe:
Janosch: Schäbels Frau (1992)
Janosch: Gastmahl auf Gomera (1997)

Buechernachlese © Ulrich Karger


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