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Wolfgang Bittner

Tommy und Beule

Bernhard Förth (Illu.), Erika Klopp Verlag, München 1997, 115 S., ISBN 3-7817-0229-4, >>> Amazon

Thomas Berger hat eigentlich nur eine Sorge, nämlich in ein Internat abgeschoben zu werden. Er hat einem verhaßten Lehrer das Auto zerkratzt und ist verpetzt worden. Tommy kommt jedoch nicht ins Internat, sondern muß nur die Schule wechseln. Dort trifft er auf Sven Beulecke, genannt Beule, weil der allen, die ihm doof kommen, schnell eins auf die Nase gibt. Tommy und Beule freunden sich an. Beide sind Einzelgänger, das verbindet. Nun gerät Beule aber durch Tommy unbeabsichtigt in Zugzwang. Für Tommy spielt Geld überhaupt keine Rolle, und es bereitet ihm große Freude, seinem neuen Freund großzügig dies und das zu spendieren. Immerhin lassen ihn dank Beules Eingreifen die Erpresser aus der nächst höheren Klasse in Ruhe. Beule aber möchte sich unbedingt an Tommys Geburtstag revanchieren. Er klaut deshalb Marions Geldbeutel, um Tommy ein Computerspiel kaufen zu können. Nach seiner Entlarvung als Dieb versteckt sich Beule. Tommy versorgt ihn erst noch mit Lebensmitteln, aber dann kommt es zum Streit und Beule verschwindet völlig von der Bildfläche.
TOMMY UND BEULE entstand nach einem Drehbuch, das Wolfgang Bittner für das ZDF geschrieben hat und für die Reihe "Achterbahn" verfilmt worden ist. Der Autor selbst ist in jüngster Zeit auch durch seine Kritik an den öffentlich-rechtlichen Fördermitteln für Konsalik-Verfilmungen bekannt geworden. Die Geschichte von den beiden unterschiedlichen Jungen hat er in seinem Buch nun sehr geradlinig nacherzählt. In schnörkellosen, altersgemäßen Sätzen skizziert er sehr treffend ihre Herkunft-Millieus. Die Erwachsenen sind nicht schlicht die "natürlichen" Gegner der Kinder, sondern unterliegen zumeist selbstgewählten Zwängen, die ihnen wiederum das nötige Verständnis erschweren. Immerhin hält der Klassenlehrer von vorneherein zu Beule und plädiert bei den aufgebrachten Mitschülern für Aussöhnung anstatt Ausgrenzung. Am Ende legen alle zusammen, um Beule in einer Zeitungsanzeige zur Rückkehr aufzufordern. Der Aufbau dieses Buches mit seinen nicht von ungefähr filmschnittartigen Kapiteln läßt sich spannend an. Phänomene wie Erpressung auf dem Schulhof werden als längst selbstverständliche Realität nur kurz und gerade deswegen überzeugend gestreift. Der Schluß der Geschichte verläuft dann allerdings ein wenig allzu schnell im harmonischen Sande. Da wäre zuvor noch eine Menge Platz gewesen, um den einen oder anderen Erzählfaden weiterzuspinnen.

Weitere Besprechungen zu Werken von Wolfgang Bittner siehe:
Wolfgang Bittner: Tommy und Beule (1997)
Vorlesetipps zu den drei Titeln:
Wolfgang Bittner: Grizzly Gruzzly Bären (1996)
Wolfgang Bittner: Felix, Kemal und der Nikolaus (1996)
Wolfgang Bittner: Der schwarze Scheitan (1998)


Mitherausgeber und Bearbeiter der Friedrich Gerstäcker Werkausgabe
Friedrich Gerstäcker: Die Regulatoren von Arkansas (1988)
Friedrich Gerstäcker: Tahiti (1988)
Friedrich Gerstäcker: Die Flußpiraten am Mississippi (1989)

Buechernachlese © Ulrich Karger


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