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Friedrich Gerstäcker Werkausgabe

Die Flußpiraten am Mississippi

Roman, bearbeitet von Wolfgang Bittner
Hg. Wolfgang Bittner & Thomas Ostwald, Spectrum, Stuttgart 1989, 550 S., ISBN: 3-8139-5653-9, >>> Amazon

Friedrich Gerstäcker (=F.G.) war ein Pionier der Abenteuerliteratur und zu seiner Zeit so bekannt wie Karl May, der seitenweise von F.G. abgeschrieben hatte.
Der Union-Verlag legt nun in Zusammenarbeit mit dem DDR-Verlag NEUES LEBEN den 3. Band der einzig authorisierten Werkausgabe Gerstäckers vor.
DIE FLUßPIRATEN DES MISSISSIPPI schließen zeitlich und räumlich an die REGULATOREN VON ARKANSAS an, indem F.G. einen Gangster vom einen in den nächsten Roman entfliehen läßt. Auch die offenbar sehr authentische Konstruktion eines ehrenwerten Honoratioren mit doppeltem Boden fand hier seine Entsprechung in ... Nein, das soll nicht verraten werden, denn da gibt es doch einen wesentlichen Unterschied. Zwar werden Land und Lebensbedingungen der Leute detailliert beschrieben, jedoch nicht mit der akribischen Gewichtigkeit wie noch in den REGULATOREN. Vielmehr setzte F.G. die Kenntnisse des ersten Bandes vorraus und verspann dafür mehr Garn in ein engmaschiges, tragfähigeres Spannungsnetz für den Handlungsablauf. Aber selbst dieses Garn entlieh er (im Gegensatz zu Karl May) seinen vor Ort gemachten Aufzeichnungen.
So hat es seiner Zeit auf dem Mississippi tatsächlich eine Insel gegeben, die sich eine Verbrecherbande zu einem Flucht-und Räubernest ausgebaut hatte und auch die handelnden Personen sind so oder so ähnlich F.G. auch wirklich über den Weg gelaufen. Was das Doppelbödige der Honoratioren betrifft erübrigt sich wohl jeder Kommentar...
Im Roman jedenfalls wird die stets merkwürdig gut über den Wert der Bootsladungen unterrichtete Bande nach vielen Verwicklungen am Ende gefaßt und der Anführer entlarvt.
85 Jahre nach seinem Tod (1957) wurde F.G. Ehrenbürger von Arkansas, und die Genauigkeit seiner Beschreibungen dient noch heute dem Quellenstudium amerikanischer Historiker.
Dank der souveränen Bearbeitung von Wolfgang Bittner und nicht zuletzt auch wegen der vorzüglichen Illustrationen von Uwe Häntsch (DDR) ist der 1847 ertmals erschienene Band gerade auch heute ein Lesegenuß. Insbesondere für all jene, die (ich wiederhole mich s.Bd 1+2) eine spannende, authentische, im historischen und aufklärerischen Sinne bildende Lektüre zu schätzen wissen. Den i-Punkt setzt eine bibliophile Ausstattung, die den empfohlenen Ladenpreis zum Sonderangebot werden läßt.

Die Friedrich Gerstäcker Werkausgabe:
Friedrich Gerstäcker: Die Regulatoren von Arkansas (1988)
Friedrich Gerstäcker: Tahiti (1988)
Friedrich Gerstäcker: Die Flußpiraten am Mississippi (1989)

Weitere Besprechungen zu Werken von Wolfgang Bittner siehe:
Wolfgang Bittner: Tommy und Beule (1997)
Vorlesetipps zu den drei Titeln:
Wolfgang Bittner: Grizzly Gruzzly Bären (1996)
Wolfgang Bittner: Felix, Kemal und der Nikolaus (1996)
Wolfgang Bittner: Der schwarze Scheitan (1998)

Buechernachlese © Ulrich Karger


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