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Anthony Ryan

Das Lied des Blutes - Rabenschatten. Bd. 1

SF-Roman. Aus dem Englischen von Sara & Hannes Riffel. Klett-Cotta Verlg, Stuttgart 2014. 800 Seiten. 24,95 Euro. ISBN: 978-3-608-93925-5, >>> Amazon

Der kaiserliche Geschichtsschreiber Verniers Alishe Someren ist mit dem Gefangenen Vaelin Al Sorna auf einem Schiff unterwegs. Vaelin, aufgewachsen und geprägt durch den vierten Orden, wurde bereits vor seinem 30. Lebensjahr durch Beinamen ausgezeichnet wie "junger Falke", "Dunkelklinge" oder "Rabenschatten". Im alpiranischen Kaiserreich war er jedoch als "Hoffnungstöter" verschrien und soll nun einem letzten Kampf entgegentreten, der einem Todesurteil gleichkommt. Während der Überfahrt dahin befragt ihn Verniers nach seiner Herkunft und seinen Beweggründen
Dem 1970 in Schottland geborenen aber seit Langem in London lebenden Autor Anthony Ryan ist mit "Das Lied des Blutes" ein Erfolg der besonderen Art geglückt. Laut der englischen Wikipedia hatte er diesen Fantasy-Roman wie seine anderen SF-Publikationen anfänglich als Selbstpublikation veröffentlicht, erhielt hierfür dann jedoch alsbald einen Vertrag mit dem bekannten "Penguin books"-Verlag.
Kein Wunder!
Dieser Roman, von dem ihm Englischen bereits der zweite Band vorliegt, hat dank einer flüssigen Übersetzung auch in Deutschland das Zeug zu einem Kultbuch bzw. einer Kultserie - und könnte, sollte mit seinem "Suchtpotential" selbst Die Königsmörder-Chronik von Patrick Rothfuss übertreffen. Seine "Welt" unterteilt sich politisch in die "Vereinigten Königslande" und das alpiranische Kaiserreich sowie in Anhänger verschiedener Religionen, von denen diejenige, die in den sechs bzw. sieben Orden geheiligt wird, auch so missionierend wie kriegerisch gegen "Ungläubige" vorgeht.
Die Geschichte steigt mit der Ansicht des Geschichtsschreibers ein, wonach der Held Vaelin Al Sorna einer der übelsten Menschen überhaupt ist. Doch dieses Bild wird alsbald zerlegt und Vaelin als jemand vorgestellt, der von Jugend an immer wieder an sich selbst und den Sinn tödlicher Auseinandersetzungen zweifelt.
Und auch die anderen Charaktere sind mit ihren "Eigenarten" höchst lebendig, wachsen aber keineswegs den üblichen Klischees folgend stets über sich selbst hinaus
In der Chronologie wie ein Entwicklungsroman angelegt, wird dieses Erzählmuster analog den Täuschungsmöglichkeiten eines offenbar auch von Vaelin virtuos beherrschten Spiels namens "Keschet" unterlaufen. Das mündet nicht von ungefähr in Widersprüche zwischen der von Verniers aufgenommenen und der den Lesern "tatsächlich" erzählten Geschichte. Nicht zuletzt auch das Ende des ersten Bandes bleibt deshalb im besten Sinne fragwürdig und erhöht umso mehr die Spannung und Vorfreude auf den Folgeband.

Buechernachlese © Ulrich Karger


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