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Don Winslow

Frankie Machine

Roman. Aus dem Amerikanischen von Chris Hirte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 2009. 365 Seiten. 8,95 Euro. ISBN: 978-3-518-46121-1, >>> Amazon

"Ich zu sein macht eine Menge Arbeit", denkt Frankie Machianno, und ist dabei mit seinen über 60 Jahren keineswegs unzufrieden. Zentrum seines Kleinunternehmerdaseins ist der Laden für Anglerbedarf am Ocean Beach Pier - doch um seine Ex-Frau Patty, die gemeinsame Tochter Jill und die neue Lebensgefährtin Donna zu unterhalten, bedarf es noch einiger weiterer Unternehmungen. Allesamt legal, allesamt von der Art, die ihn zu einer respektierten und geschätzten Person im näheren Umkreis des Piers machen. Aber dann muss sich Frankie wieder unverhofft mit seinem längst verabschiedeten Alter Ego auseinandersetzen, das nach all den Jahren irgendjemand töten will. Frankie Machine ist als höchst effizienter Mafiakiller einer Menge von Leuten nicht nur auf die Füße getreten. Da fällt das Eingrenzen schwer, wer von ihnen plötzlich ein Interesse an seinem Tod haben könnte ...
Mit dem amerikanischen Autor Don Winslow hat der Suhrkamp-Verlag für seine noch nicht sehr konturierte Krimi-Taschenbuchreihe wirklich einen Glücksgriff getan - nach "Pacific Private" wird auch "Frankie Machine" gewiss viele Anhänger finden.
Winslow erzählt aus der Perspektive seiner Hauptfigur und macht den Leser somit zum Teilhaber einer sehr "modifizierten" Denkweise über Gerechtigkeit und Anstand, die einen Frankie Machine auch noch am Ende alles Gute wünschen lässt. Frei nach Brecht fragt sich da nämlich auch ein altgewordener FBI-Agent, wer im Ergebnis für das amerikanische Volk schlimmer ist: Die Mafia oder die Angehörigen des Senats und des Weißen Hauses? Und solcherlei Betrachtungen kommen eben nicht krachledern daher, sondern aus der Feder eines Autors, dem man als einstigen Detektiv in New York offenbar kein 'X' für ein 'U' mehr vormachen kann - und der zudem seine Sicht der Dinge so plausibel wie unterhaltsam vorzutragen weiß.
Offenbar sind eben nicht nur nachts alle Katzen grau, und wer sich von dieser Erkenntnis nicht abschrecken lässt, wird auch diesen Winslow-Krimi als beachtlichen Vertreter eines vor allem auf Unterhaltung bedachten Genres zu schätzen wissen.

Weitere Besprechungen zu Werken von Don Winslow siehe:
Don Winslow: Pacific Private (2009)
Don Winslow: Frankie Machine (2009)

Buechernachlese © Ulrich Karger


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