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Isabel Allende

Der unendliche Plan

Roman, Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1992, 460 S., ISBN: 3-518-40500-4, >>> Amazon

"Aber ich werde dahin gelangen, jemand Bedeutendes zu sein, nicht wahr?"
"Im Leben gelangt man nirgendwohin, Gregory. Man lebt, und fertig."

Als Weißer wächst Gregory im Barrio auf, einem Ghetto mexikanischer Einwanderer in East Los Angeles. Zuvor war er mit seiner Familie, angeführt von dem Vater, einem Wanderprediger des "Unendlichen Plans", auf den Landstraßen des südlichen Nordamerikas unterwegs gewesen.
Das spannungsreiche Überleben zwischen überschäumender Herzlichkeit und brutaler Ausbeutung bringt Gregory zu dem Entschluß, sich aus diesen Verhältnissen herausarbeiten zu wollen. Zu seinem Glück hat Gregorys Karriereweg jedoch einige Knicke, nicht nur wegen so einschneidender Erlebnisse wie der Teilnahme am Vietnamkrieg. Dank seiner Freunde wird er zuletzt zu sich selbst und seiner eigentlichen Bestimmung finden.
Diese dürre Inhaltsbeschreibung wird der Erzählkraft dieses Romans überhaupt nicht gerecht. Isabel Allende scheint ein unerschöpfliches Reservoir von Biographien im Kopf zu haben, die sie zu fesselnden Netzwerken menschlicher Beziehungen umarbeiten kann.
Das DER UNENDLICHE PLAN nicht wie DAS GEISTERHAUS und EVA LUNA in Lateinamerika spielt, ist ein gelungener Vorstoß der Autorin, Bezüge des aktuellen Zeitgeschehens ins Spiel zu bringen. Zudem beweist sie ganz lapidar, daß das uns im Urlaub oder in Romanen faszinierende lateinamerikanische Temperament auch vor der Haustür westlicher "I.Welt-Länder" zu finden wäre - wie und warum dies in unserer Realität nicht wahrgenommen wird, erzählt Isabel Allende in einer Chronologie der letzten 30 Jahre. Mal aus der Metaschau, mal aus der Ich-Perspektive Gregorys entwickelte sie mitreißende Milieustudien, die ihre erzählerische Meisterschaft einmal mehr unterstreichen und beste Werbung für die Kultur des Lesens sind.

Weitere Besprechungen zu Werken von Isabel Allende siehe:
Isabel Allende: Der unendliche Plan (1992)
Isabel Allende: Paula (1995)
Isabel Allende: Fortunas Tochter (1999)
Isabel Allende: Die Stadt der wilden Götter (2002)

Buechernachlese © Ulrich Karger


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