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Sabine Ludwig

Mops und Molly Mendelsohn

Erzählung. Dressler Verlag, Hamburg 2000. 96 Seiten. 22,- DM. Ab 8 Jahren. ISBN: 3-7915-1233-1, >>> Amazon

Manchmal ist Freitag der Dreizehnte tatsächlich ein Unglückstag. Jedenfalls hat Anton, die eigentlich Antonia heißt, das so empfunden, als Elisabeth Müller samt Tochter Charlotte und Katze Molly Mendelsohn in ihr Haus gezogen ist. Mops, der wiederum eigentlich Harro von und zu Donnersmarck heißt, wußte ja schon längst, daß sich Antons Vater immer wieder mit Frau Müller im Café getroffen hat. Aber bei aller Liebe zu Anton, wie soll ein Hund einem Menschen so etwas Kompliziertes klarbellen? Als am Ende beinahe eine Katastrophe droht, kann sich Mops trotz aller naturgegebenen Animositäten immerhin mit Molly Mendelsohn verständigen und damit der ganzen Geschichte eine glückliche Wendung geben.

Sabine Ludwig legt dieses Jahr gleich zwei neue Kinderbücher vor, wobei 'Mops und Molly Mendelsohn' das eindeutig bessere von beiden ist. Hierin bringt sie eine Geschichte von Verlust- und Konkurrenzängsten zum Besten, wie sie viele Kinder mit nur noch einem Elternteil beim Kennenlernen von dessen neuen Beziehungspartnern erleiden. Aus solchen kinderalltäglichen Plots versteht die Berliner Autorin sehr gekonnt ein Garn zu stricken, das bei vorlesenden Eltern wie auch den schon selberlesenden Kindern auf einen hohen Wiedererkennungsgrad zu setzen weiß. Ohne dabei auch nur eine handelnde Person zu denunzieren, entwickelt sich so einmal mehr mit viel Charme und Witz ein situationskomisches Moment nach dem anderen. Das Erzähler-Ich von Mops, der mit seinen vier Hundejahren ja angeblich schon viel reifer ist als die siebenjährige Anton, setzt dabei mit seiner Hundeweltsicht wirkungsvoll kontrapunktische 'Duftmarken', die wiederum in den cartoonesken Zeichnungen von Sabine Wilharm ihren kongenialen Gegenpart finden. Kein Trost- oder gar moralinsaures Belehrungsbuch, geht es hier um die Kunst, über sich selber lachen zu können, auch wenn einem eigentlich traurig zumute ist. Und diese Kunst kann man gar nicht früh genug üben.

Weitere Besprechungen zu Werken von Sabine Ludwig siehe:
Sabine Ludwig: Die besten Rabeneltern der Welt (1998)
Sabine Ludwig: Fische haben keinen Po (1999)
Sabine Ludwig: Mops und Molly Mendelsohn (2000)
Sabine Ludwig: Weihnachtsmänner küsst man nicht (2002)
Sabine Ludwig: Die schrecklichsten Mütter der Welt (2009)
Sabine Ludwig: Aufruhr im Schlaraffenland (2010)

Buechernachlese © Ulrich Karger


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