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Büchernachlese | Kurzhinweise 2017


Neben den nachfolgenden des aktuellen Erscheinungsjahrs können auch noch siehe Links oben insgesamt 383 Kurzhinweise zu den Jahren 2003 bis 2016 abgerufen werden:

Sortiert nach Genre und dem Alphabet der Autorennamen führen die verlinkten Genrebezeichnungen zum jeweils ersten Kurzhinweis.

  • Belletristik:
  • Krimis / Thriller: Andreas Föhr, Steve Hamilton, Sven Koch, Gilly Macmillan, Steve Mosby, Preston & Child
  • SF / Fantasy / Mystery: Kevin Hearne, Ju Honisch
  • Sachbuch:
  • Kinder- & Jugendliteratur:


  • Belletristik


    Krimis / Thriller

    Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner, genannt "Leichen-Leo", hat seinem Spitznamen mal wieder alle Ehre gemacht. Diesmal findet er eine Leiche nach einem Faschingsball - allerdings gemeinsam mit einer jungen Frau und dem 86-jährigen, als Sensenmann vulgo Boandlkramer verkleideten Manfred Wallner, die beide, von Leos vorgespiegelten falschen Tatsachen geblendet, mit ihm in das Haus eingedrungen waren. Kommissar Clemens Wallner weiß erst nicht, auf wen er mehr sauer sein soll: auf Leo oder auf seinen Großvater. Doch am Tatort hatte sich neben dem von Leo verschont gebliebenen Verführungsopfer noch eine andere junge Frau aufgehalten, offenbar sehr verstört und die Tatwaffe in der Hand. Für den Staatsanwalt ist schnell klar, dass sie auch die Täterin sein muss. Aber Wallner bezweifelt das. Zudem stellt sich bald heraus, dass der Ermordete, wiewohl der eigentliche Hausbesitzer, viele Jahre unter falscher Identität im Ort gelebt hat …
    Andreas Föhr legt mit Schwarzwasser nach zweijähriger Pause und der Einführung einer neuen Romanreihe um Anwältin Rachel Eisenberg (endlich!) den nunmehr 7. Krimiband um Kommissar Wallner und seinen Kollegen Kreuthner vor.
    In zwei Erzählsträngen, einer davon im Berlin von 1996, entfaltet er mal wieder einen durchaus fesselnden Krimiplot, der bis zum überraschenden Finale einige Haken schlägt. Für weitere Überraschungen sorgt daneben Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner, der diesmal sogar seine endgültige Entlassung zu befürchten hat, diesem Schicksal aber dank seines subversiven Mutterwitzes Einiges entgegenzusetzen hat. (Allein der s.o. angedeutete "Einstieg" ist mal wieder zum Niederknien komisch.) Aber auch Clemens Wallner erlebt persönlich eine große Überraschung - kurz nach der Geburt von Clemens verschwunden, sagt sich sein Vater zu Besuch an …
    Trotz oder gerade wegen der Pause gilt erneut: Einfach bärig! U.K.
    (Andreas Föhr: Schwarzwasser. Kriminalroman. Knaur Verlag, München 2017. 393 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-65421-7)
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    Nick Mason ist ein Gangster, der Alles, was Beute verspricht, ohne Gewalt zu erringen suchte und stets loyal zu seinen Komplizen war. So verrät er nach einem missglückten Drogenkurierauftrag, bei dem ein verdeckter Ermittler erschossen wurde, auch den Todesschützen nicht und geht mit einer Mindeststrafe von 25 Jahren ins Gefängnis.
    Nachdem Nick einige Jahre abgesessen hat, wird der in einem anderen Gefängnistrakt "residierende" Pate von Chicago Darius Cole auf ihn aufmerksam. Erst lässt er Nick in seinen komfortableren Trakt umziehen und bietet ihm zudem seine baldige Freilassung an, wenn er künftig für ihn Aufträge "draußen" übernimmt. Da Nick seine inzwischen neunjährige Tochter nicht erst als Erwachsene wieder kennenlernen möchte, sagt er zu. Doch wiewohl ihm nun nach fünf Jahren Gefängnis ein luxuriöses Stadthaus samt schnellen Oldtimern zur Verfügung steht, merkt er bald, dass er alles Andere als in Freiheit ist: Er hat jederzeit und sofort auf einen Anruf von Coles Mittelsmann zu reagieren …
    Steve Hamilton hat mit Das zweite Leben des Nick Mason eine neue Thrillerserie eröffnet, die durchaus vielversprechend ist. Allerdings auch nicht ganz ohne Widersprüche.
    Wiewohl als sehr bedacht charakterisiert, wirkt Nick Mason an manchen Stellen doch ziemlich naiv. Aber die Dynamik dieses Pageturners lässt einen schnell darüber hinweglesen und mit dem mehr oder weniger unfreiwilligen Helden mitfiebern. Immerhin mündet das Ganze in ein halbwegs plausibles, natürlich nur vorläufiges Finale - das einen gespannt auf die Fortsetzung warten lässt. U.K.
    (Steve Hamilton: Das zweite Leben des Nick Mason. Thriller. Aus dem amerikanischen Englisch von Karin Diemerling. Droemer Verlag, München 2017. 335 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-30498-3)
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    Erst werden in Werlesiel, einem kleinen Fischer- und Touristenort an der ostfriesischen Nordseeküste, gleich mehrere Pferde auf einmal getötet, dann kommen auf so raffinierte wie brutale Weise auch Menschen zu Tode. Und die Serie ist noch längst nicht zu Ende. Ein Massenmord bahnt sich an. Ihn zu verhindern, muss die LKA-Sonderabteilung SKO um Femke Folkmer und Tjark Wolf ein streng gehütetes Geheimnis der Dorfbewohner lüften. Es reicht zurück in eine Zeit, als nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Flüchtlinge nach Deutschland strömten. So wie heute wieder …
    Sven Koch hat nach Dünengrab, Dünentod, Dünenkiller und Dünenfeuer mit Dünenfluch den fünften Band um (s)ein ostfriesisches Ermittlerquartett vorgelegt. Zum Glück, denn nach dem 4. Band schien sich ein Ende der Reihe abzuzeichnen.
    Bis auf Femke zu Anfang, die zu den toten Pferden gerufen wird, weil auch ihr Justin darunter ist, wird hier nur wenig Persönliches der Ermittlungsbeamten abgehandelt. Dafür wird umso mehr der Fokus auf einen fesselnden Plot gelenkt und z.T. auch aus der Perspektive des Täters entfaltet.
    Eingebunden in die Nordsee-Region, ist dieser Krimi zugleich die biederen Fassaden einer Dorfgemeinschaft entlarvender Heimatroman. Dazu wie immer überzeugende Charaktere und ein voltenreiches Finale - einmal mehr empfehlenswert. Und bitte mehr davon! U.K.
    (Sven Koch: Dünenfluch. Kriminalroman. Knaur TB-Verlag, München 2017. 318 Seiten. 9,99 Euro. ISBN: 978-3-426-52019-2)
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    Mit 15 Jahren hat Zoe als Lenkerin eines Autos einen Unfall verursacht, bei dem drei Gleichaltrige starben. Sie wurde verurteilt und hatte ihre Strafe bereits "abgesessen", als ihre Mutter Maria in Chris einen neuen Lebenspartner gefunden hat. Um dieses Glück nicht zu zerstören, soll Chris nichts von Zoes Vergangenheit erfahren. Alles läuft gut, bis Zoe als sehr talentierte Pianistin zusammen mit ihrem Stiefbruder ein Konzert gibt. Ein Vater einer bei dem Unfall getöteten Jugendlichen beschimpft Zoe als Mörderin. Und nur wenige Stunden danach ist Maria tot …
    Mit Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit wird der zweite Roman von Gilly Macmillan vorgelegt.
    Er wird wie ihr äußerst erfolgreicher (und auch sehr empfehlenswerter!) Titel Toter Himmel als "Thriller" eingeführt, was aber nur ansatzweise gerechtfertigt ist. Zwar versteht es die Autorin erneut überzeugend, aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten deren allseits mit Haken und Ösen versehenen Charaktere und durchaus auch Einiges an Spannung zu entfalten. Doch spätestens im letzten Drittel ist klar, wer den Tod der Mutter zu verantworten hat und das Ende wirkt dann weniger entfaltet als nur noch lapidar abgehakt.
    Aber ein "Toter Himmel" hat eine hohe Messlatte gesetzt, und diese tragische Familiengeschichte als Zweitwerk hält einen durchaus noch neugierig auf Weiteres von dieser Autorin. U.K.
    (Gilly Macmillan: Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit. Thriller. Aus dem Englischen von Maria Hochsieder. Knaur Verlag, München 2017. 457 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-52056-7)
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    Charlie Matheson ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Zwei Jahre später wird Detective Mark Nelson mit einer Frau konfrontiert, die behauptet eben jene Charlie zu sein. Wiewohl ihr Gesicht geradezu von einem Netz an Schnittnarben im Gesicht verunstaltet ist, sieht sie dem Unfallopfer von damals zudem verblüffend ähnlich. Die Untersuchungen dieses rätselhaften Falls werden für Mark Nelson zu einem Weg durch die Hölle - denn die Erlebnisse dieser Frau berühren auch seine eigenen Ängste …
    Steve Mosby legt mit Hölle auf Erden einen Thriller vor, der ein echtes Glanzlicht des Genres ist und dank seines mehrbödigen Verwirrspiels die Spannung bis zuletzt aufrechterhält.
    So schildert der Autor parallel zu dem Strang um Charlie Matheson und Detective Mark Nelson die Ermittlungen von Detective David Groves in eigener Sache: Sein kleiner Sohn Jamie wurde vor Jahren entführt und kurz darauf getötet aufgefunden. All die Jahre danach trafen zu Jamies Geburtstag Glückwunschkarten ein. Letztens aber war es ein an Jamie adressierter Brief mit nur einer Zeile: "Ich weiß, wer es getan hat."
    Vor Nelson wie Groves tun sich Abgründe skrupelloser Willkür auf, die unbedingt nach einer Auflösung verlangen - auch um weitere Opfer zu verhindern. Und nicht von ungefähr kommt es für Nelson zu einer Wiederbegegnung mit seinem einstigem Vorgesetzten John Mercer, da sein Fall Parallelen zu dem "50/50-Killer" aufweist. Mit dem Thriller "Der 50/50-Killer" gelang Mosby 2007 der internationale Durchbruch als Autor, dessen Lektüre für den neuen Roman zwar nicht zwingend vorauszusetzen, aber dennoch ebenfalls sehr zu empfehlen ist. U.K.
    (Steve Mosby: Hölle auf Erden. Thriller. Aus dem Englischen von Ulrike Clewing. Droemer Verlag, München 2017. 424 Seiten. 14,99 Euro. ISBN: 978-3-426-30557-7)
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    In der Kleinstadt Exmouth wurde aus einem Keller einer wertvolle Weinsammlung entwendet. Der im privaten Auftrag hingezogene Special Agent Pendergast entdeckt bald, dass dieser Raub lediglich als Ablenkungsmanöver diente - denn hinter den Weinregalen stößt er auf eine frisch zugemauerte Nische, hinter der noch Ketten und ein menschlicher Fingerknochen zu finden sind. Offenbar wurde hier vor langer Zeit jemand lebendig eingemauert und dessen Skelett nun nahezu vollständig entfernt. Das weist wiederum auf eine äußerst dunkle Vergangenheit der Bewohner von Exmouth hin, die sie alsbald auf schreckliche Weise einholen soll …
    Das Autorenduo Preston & Child legt mit Demon - Sumpf der Toten einen weiteren Thriller um Special Agent Pendergast vor.
    Leider ist dieser Roman nur noch ein schwacher Abglanz früherer Pendergast-Thriller. In dem ersten Teil spult Pendergast zur Lösung des Kriminalfalls mit weit weniger Witz als zuvor sein Sherlock-Holmes-Schema ab, im zweiten stößt er angesichts eines dann buchstäblich teuflischen Gegenübers an seine Grenzen - am Ende weiß man nicht, ob damit die Reihe abgeschlossen ist oder hieraus noch Honig für eine Fortsetzung gesaugt werden soll. U.K.
    (Preston & Child: Demon - Sumpf der Toten. Ein neuer Fall für Special Agent Pendergast. Thriller. Aus dem Amerikanischen von Michael Benthack. Droemer Verlag, München 2016. 411 Seiten. 19,99 Euro. ISBN: 978-3-426-65402-6)
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    SF / Fantasy /Mystery

    Nachdem der Druide Atticus - siehe Bd.1 Die Hetzjagd - mit seinen 2100 Lebensjahren in Notwehr eine hohe keltische Gottheit getötet hat, werben ihn plötzlich überraschend viele mythische Wesen als Killer für so manch andere Gottheit oder eines der zahlreichen Ungeheuer an - was Atticus in immer wieder neue Nöte stürzt ...
    Jetzt ist auch noch seine Fähigkeit, Erdmassen zu verschieben, blockiert. Um den den Pfeilen und sonstigen Schleudergeschossen der Jagdgöttinnen Artemis und Diana zu entgehen, müssen sich er wie auch seine frisch gebackene Druidin Granuaile (die hier in eigenen Kapiteln zu Wort kommt!) und der Wolfshund Oberon auf einen Wettlauf einlassen, dessen Ziel ein Wald in London ist. Und dann taucht auch noch unverhofft der nordische Gott Loki auf, um mit dem Tod von Atticus Ragnarök entfesseln zu können …
    Kevin Hearne legt mit Gejagt den sechsten Band seiner "Chronik des eisernen Druiden" vor. Auch dieser Band lebt von einem anarchischen Dialogwitz, der in seiner wilden Mischung alter Mythen und ihrer göttlichen Protagonisten diesmal die olympischen und römischen Götter im Fokus hat. Denn wenn ihre Wut keine Verhandlungen zulässt, ist nicht weniger als die Apokalypse nah. Doch am Ende darf man wieder hoffen, dass es noch ein weitere Fortsetzung mit Atticus gibt … U.K.
    (Kevin Hearne: Die Chronik des eisernen Druiden 6 - Gejagt. SF-Roman. Aus dem Amerikanischen von Friedrich Mader. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2017. 364 Seiten. 16,95 Euro. ISBN: 978-3-608-96136-2)
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    Nach einem Massaker, dem auch ihre ganze Familie zum Opfer fällt, findet Maleni als kleines Mädchen Aufnahme in dem Orden der Xyi. Dort wird sie in allen Arten des Kämpfens gedrillt und entdeckt nach einem geheimnisvollen Ritual die Assassinin Taryah in sich, die absolut mitleidlos im Auftrag des Ordens Morde ausführt. Damit wird sie in den Acht Reichen, die in einem ständigen Krieg um die Vorherrschaft liegen, zu einem wichtigen Werkzeug. Doch wem sie damit letztendlich dient, wird nicht nur für sie zu einer bitteren Überraschung …
    Ju Honisch hat mit Seelenspalter - Die Geheimnisse der Klingenwelt einen Assassinen-Fantasy-Roman vorgelegt, der nicht zuletzt durch eine für das Genre überraschend literarische, perspektivisch zwischen "Gegenwart" und Rückblick auf Malenis Werdegang wechselnde Sprachregelung überzeugt. Darüber hinaus ist der Plot nicht nur bis zur letzten Seite spannend, sondern weiß auch noch einige neue Akzente bei den nicht-menschlichen Charakteren zu setzen.
    Macht neugierig auf die Folgebände! U.K.
    (Ju Honisch: Seelenspalter - Die Geheimnisse der Klingenwelt. Roman. Knaur Verlag, München 2017. 811 Seiten. 12,99 Euro. ISBN: 978-3-426-51844-1)
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    Sachbuch




    Kinder- & Jugendliteratur




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